Türen auf für neue Inspirationen

Rückblick: Interkulturelle Gruppen brachten im Rahmen des „Adventskalenders“ neue Ideen ins Museum

Unter dem Motto TÜREN AUF! – OPEN DOORS. haben sich Stuttgarter Museen im Dezember in einen begehbaren Adventskalender verwandelt.

24 vollkommen verschieden nutzbare Räume – Werkstätten, Lounges, Vortragssäle – öffneten sich Neuangekommenen und ihren Freunden (Sprachlerngruppen, Sprachlernklassen, Initiativen, interkulturellen Projektgruppen u.a.) und luden zum Bespielen, Dialog und durch die Tür ins Museum ein.

Wir sind inspiriert und begeistert von den unterschiedlichsten Ideen zur Raumnutzung und den daraus entstandenen – teils öffentlichen – Veranstaltungen und Begegnungen zwischen den Teilnehmenden und den Museen.

Arabische Musik vor und im Linden-Museum

So brachte der Chor Zuflucht e.V. von Cornelia Lanz und Mahzen Mozen die Idee ein, in einem der Räume deutsch-arabische Weihnachtslieder zu singen. Am 14.12. sammelten sich in der Lounge im Linden-Museum interessierte Mitsänger/-innen aller Altersgruppen und verschiedenster Nationalitäten, die gemeinsam bekannte – oder auch unbekannte deutsche Lieder und arabische Choloraturen einstudierten.

 

Die Mitsänger/-innen waren anschließend eingeladen, sich in der Orientabteilung des Linden-Museums umzusehen und wurden von Orainab Mashayekhi in musiktheoretische Hintergründe der arabischen Musik eingeführt.

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Foto: Dimi Triantafillu

„Eine Reise durch Syrien“ im Schloss Rosenstein

Eine weitere öffentliche Veranstaltung entstand im Schloss Rosenstein am 20.12. in Kooperation mit KUGEL e.V. (Kulturen gemeinsam leben).

Ein junger Mann, Sami Aljroulah, selbst aus Damaskus, nahm alle Interessierte auf eine Reise in die größten Städte Syriens mit.

In dem Vortrag wurde deutlich, wie wichtig es – sicher nicht nur Sami Aljroulah  – ist, ein Bild von Syrien zu vermitteln, das für Schönheit, Freundlichkeit und – auch religiöse – kulturelle Vielfalt steht. Besucher/-innen des Vortrags konnten erleben, als wie eingeschränkt die deutsche Perspekive auf das „Kriegsgebiet Syrien“ von Einheimischen wahrgenommen wird.

Im Anschluss tauschten sich alle Besucher/-innen in den Vorräumen zur Ausstellung im direkten Gespräch, bei syrischen Häppchen und deutsch-arabischer Musik aus.

Die gemeinsame zweisprachige Darbietung von altbekannten Liedern wie „Stille Nacht“ von Cornelia Lanz und Mahsen Mozen übertug eine besondere und völkerverbindende  Botschaft.

Ausstellungstipps und historische Gesprächsanlässe

Nicht alle im Rahmen des Adventskalenders entstandenen Veranstaltungen waren öffentlich. Im Haus der Geschichte konnten interessierte Sprachlernklassen im Gespräch mit Museumsguides nach dem Ausstellungsbesuch Inspirationen aus dem Museum zum Gesprächsanlass nutzen. Trotz Sprachbarrieren wurden spannende Themen wie der Rassismusverbot im Grundgesetz der Bundesrepublik aufgegriffen.

In der Staatsgalerie gab der Künstler Hartmut Steegmaier im Hugo Boss Raum Tipps für die Ausstellungskonzeption einer Gruppe geflüchteter Frauen und Männer aus Syrien. Im kommenden März wollen die in Feuerbach Ansässigen gemeinsam im Rathaus in Feuerbach die Wanderausstellung „Unsere Heimat“ eröffnen, die Bilder von Alltagssituationen, Verwandten der Ausstellenden und ihren Heimatdörfern oder -städten zeigen wird.

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Foto: Ulrich Kadelbach

Die von Pfarrer Ulrich Kadelbach unterstützte Gruppe bekam in der Staatsgalerie vor allem Rat bezüglich graphischer und kuratorischer Fragen. Auch rein praktisch musste entschieden werden, auf welche Weise ausgestellt wird, um eine flexible Neuanordnung und den Transport zu ermöglichen.

 

Beteiligt waren das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, das Linden-Museum, das Naturkundemuseum Stuttgart und die Staatsgalerie Stuttgart. 

Ein Beitrag von Eva Kirchner, Projektkoordination inSmuseum. interkulturelle Museumsprojekte Stuttgart.

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