Tiere kommunizieren miteinander, aber wie? Können wir uns das überhaupt vorstellen?

Ich studiere an der Universität Stuttgart und habe mit einigen Kommilitoninnen und Teilnehmern unseres Sprachpaten-Projekts, bei dem wir Geflüchtete beim Spracherwerb begleiten, das Naturkundemuseum im Schloss Rosenstein besucht. Das Thema der Führung, bei der wir an unserem Besuch teilgenommen haben, war „Die Sprache der Tiere“.
Zunächst wurden wir zu dem eindrucksvollen Elefanten im Eingangsbereich geführt. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass die Haut bzw. das Fell von vielen der ausgestellten Tiere echt ist. Um zu wissen, wie sich ein Elefant anfühlt, bekamen wir dann einen Ausschnitt der Haut in die Hand. Dann bekamen wir eine Einführung, wie Elefanten untereinander kommunizieren. Zum einen über Geräusche, die sie mit ihrem Rüssel produzieren und zum anderen über den Infraschall. Das ist ein Ton, der so tief ist, dass er für das menschliche Ohr nicht zu hören ist. Elefanten jedoch spüren die Vibration dieses Tons, welcher über den Boden übertragen wird, über mehrere Kilometer! Schwer vorstellbar für uns, wie es ist, miteinander über Vibration im Boden zu kommunizieren. Als nächstes gingen wir weiter zu den Wasserlebewesen. Über Wale, die sich mit ihren Walgesängen über weite Strecken miteinander verständigen, kamen wir zu den Delfinen. Diese kommunizieren mit unterschiedlichen Lauten miteinander, eine Art Pfeifen und Klicks. Die Klicks dienen der Wahrnehmung ihrer Umgebung, da sie eine Echolotortung haben. Besonders eindrucksvoll war hier, dass aufgrund der schnelleren Schallübertragung im Wasser die Laute wesentlich weiter als an der Luft übertragen werden und, dass die Schallübertragung hauptsächlich auf einer einzigen Wasserschicht mit einer bestimmten Dichte erfolgt.
Nach den Wasserlebewesen kamen wir dann zu den Insekten. Hierbei lernten wir eine Art der Kommunikation kennen, die nicht über den Schall funktioniert. Bienen zum Beispiel teilen ihren Artgenossen mithilfe von Tänzen, also das Fliegen in einem bestimmten Muster, mit, wo sich beispielsweise die nächsten lohnenswerten Blumen befinden. Außerdem wurde uns erklärt, dass Bienen polarisiertes Licht sehen können, etwas, was der Mensch sich nicht vorstellen kann, quasi eine andere Dimension des Sehens.
Nachdem wir eine Einführung in die Sprache der Insekten bekommen haben, wurde auf die Kommunikation von Pflanzen untereinander eingegangen. Als Beispiel diente uns hierbei der Akazienbaum. Wenn eine Giraffe an einem Akazienbaum frisst, gibt dieser mittels Botenstoffe eine Nachricht an naheliegende Akazienbäume weiter. Daraufhin setzen diese ein Gift frei, das dafür sorgt, dass der Giraffe diese Akazienbäume nicht schmecken.
Wir hatten bis dahin viel über die Kommunikation innerhalb der Arten gesprochen. Aber es gibt auch Kommunikation zwischen den Arten, zum Beispiel zwischen Pflanzen und Tieren. Die Tabakpflanze sondert einen Stoff aus, der Insekten anlockt um bestäubt zu werden und kommuniziert so mit diesen. Wenn Kolibris an einer Tabakpflanze saugen, stößt diese außerdem Nikotin aus um sicherzustellen, dass dieser nicht nur bei ihr bleibt, sondern auch die anderen Tabakpflanzen bestäubt.
Vieles habe ich vor diesem Besuch nicht gewusst und dazugelernt. Oftmals habe ich mir vorher schon die Frage gestellt, ob wir wissen können, wie es ist die Sprache der Tiere zu verstehen. Nachdem ich nun die verschiedenen Arten von Kommunikation kennengelernt habe, wurde mir klar, dass es wohl nahezu unmöglich ist zu verstehen, wie es ist sich über Vibration oder Tänze so gut zu verständigen. Am faszinierendsten jedoch fand ich die Möglichkeit der Pflanzen untereinander sowie auch Artübergreifend zu kommunizieren.

Ein Beitrag von Mateus, Sprachpate, Universität Stuttgart, Wintersemester 17/18, im Rahmen des Kooperationsprojekts museumSurfing.

Haste was gesagt? – Eine Führung zur Kommunikation unter Tieren im Naturkundemuseum Stuttgart

Haben Fische eigentlich Ohren? Halten Elefanten Smalltalk? Fragen Pfauen höflich nach, wenn sie sich mit ihrer Angebeteten fortpflanzen möchten? Und inwiefern lügen die „Peruanischen Samtschrecken“, damit sie nicht gefressen werden?

Fragen über Fragen stellen wir uns, als wir am 2.2.2018 mit Geflüchteten aus dem Sprachpaten-Projekt das Naturkundemuseum im Rosensteinpark besuchen. Führerin und Biologin Cora stellt uns zunächst eine Gegenfrage: „Was glaubt ihr? Ist dieser Elefant echt?“, und deutet auf den riesigen, grauen Savannenbewohner in der Eingangshalle. Wir sind uns geschlossen unsicher, da sich an seinen aufgestellten Ohren bereits die graue Farbe löst. Doch mit dieser wurde der – wie Cora uns aufklärt – tatsächlich präparierte Elefant nach seinem Tod angepinselt, weil man in den 60ern die Meinung vertrat, dass man das Tier nur der allgemeinen, gesellschaftlichen Fehlannahme entsprechend ausstellen dürfe: vom Rüssel bis zum Schwanz in einheitlichem Grau. „Alle Tiere, die ihr hier seht, die Haare oder Fell haben, sind echt“, erklärt uns Cora. Und das sind ganz schön viele.

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c Elena Pagano

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ – Paul Watzlawick

Das Rosensteinmuseum ist gemäß den unterschiedlichen Lebensräumen der Tierwelt aufgebaut. Von den Ozeanbewohnern über die Könige der Lüfte bis hin zu den Waldwesen und jenen, die auf freier Wildbahn leben. Eines haben jedoch alle gemeinsam: sie kommunizieren unter- und miteinander. Ihre Kommunikation ist dabei in den meisten Fällen auf Primärbedürfnisse wie Fortpflanzung, Essensbeschaffung und Nicht-gefressen-Werden beschränkt. Fragen wie „Hey, wie geht’s dir heute?“ oder „Was sagst du zum gestrigen Wetter?“ gebe es laut Cora unter Tieren nicht. Der Mensch sei das einzige Geschöpf, das aufgrund seines sozialen Wesens Smalltalk führe. (Jedenfalls gibt es bisher noch keine Beispiele für nicht zielgerichtete Kommunikation bei Tieren, Anm. Redaktion).

Neben dem „Törööö“ eines Elefanten, dem Lachen eines Delfins oder dem Bellen eines Hundes gebe es noch einige mehr Wege der Kommunikation. Ob wir an jemandem oder etwas interessiert sind, Angst haben oder etwas lustig finden, zeigen wir nicht immer durch Worte. Mimik und Gestik würden von Tieren genauso genutzt und dargestellt wie von uns Menschen. So sei das übertriebene Zähnezeigen von Schimpansen zum Beispiel nicht wie häufig irrtümlich angenommen ein Zeichen von Belustigung, sondern viel mehr Ausdruck von Angst, so Cora. Neben Mimik und Gestik nutzen einzelne Tiere weitere Wege der Mitteilung und des Empfangs von Informationen. Elefanten kommunizieren zum Beispiel untereinander mithilfe von Infraschall. Dabei erzeugen sie Töne, die so tief sind, dass sie von uns Menschen nicht wahrgenommen werden können. Dieser Infraschall werde über die Erde weitergeleitet und erreiche so andere Artgenossen, die mehrere Kilometer entfernt sind.

Bitte, bitte friss mich nicht!

Um von anderen, stärkeren Tieren nicht gefressen zu werden, nutzen einige Tiere eine Form der Anpassung, genannt Mimikry. Dabei mimen diese Tiere ein anderes nach, das gefährliche Eigenschaften hat. So auch der SKORPIONDERKEINER IST: Er ist eine gewöhnliche, ungiftige peruanische Samtschrecke. Seinen Schwanz trägt er jedoch stets aufgestellt, sodass seine Form an einen gefährlichen Skorpion erinnert. In einem Terrarium finden wir sogar einen lebenden, den Cora den Mutigen unter uns auf die Hand setzt.

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Peruanische Samtschrecken c Elena Pagano

„Voulez-vous …“

Ein gutes Beispiel dafür, dass auch Tiere auf den Einen oder die Eine warten, stelle der Pfau dar. Anhand der Pracht oder nicht-Pracht seines Gefieders sei erkennbar, wie gut es ihm geht. Das sei auch ausschlaggebendes Kriterium für die Weibchen. Doch seine Pfauenfedern allein reichen nicht aus, um seine Angebetete rumzukriegen. Fast verzweifelt stolziere der Pfau vor einem Weibchen herum, dass erst nach einer Weile entscheide, ob er gut genug für es ist oder nicht.

„Die Natur muss gefühlt werden“- Alexander von Humboldt

Der Nachmittag im Naturkundemuseum war für die Geflüchteten wie auch für uns Muttersprachler ein gelungener Ausflug. Ich denke, dass ein Bewusstwerden über die Kommunikation ansich für jeden interessant und wichtig ist. Wie so oft können wir von Mutter Natur die wichtigsten Dinge lernen. Ein Ausflug ins Rosensteinmuseum stellt dabei eine wunderbare Möglichkeit dar, die eigene Faszination für die Natur (wieder) zu entdecken.

Ein großer Dank gilt auch Cora, die so aufgeschlossen all unsere Fragen beantwortet und uns ihre Begeisterung für die Biologie auf eine mitreißende Art und Weise vermittelt und mit auf den Weg gegeben hat!

Ein Beitrag von Elena Pagano, Sprachpaten, Universität Stuttgart, Wintersemester 17/18, im Rahmen des Kooperationsprojekts museumSurfing.

Hier lohnt sich ein Besuch

„Es kam zum Abbruch, als ein aufmerksamer Stadtbewohner beim Vorbeigehen an der Stuttgarter Staatsgalerie eine eingeschlossene, erschöpfte Reinigungskraft mit einem Eimer voller Gerätschaften entdeckt und pflichtschuldig die Polizei alarmiert hatte. Die Rettungskräfte haben darauffolgend herausgestellt, dass der Einwohner das Opfer eines genialen Meisterwerkes gewesen sei.“

Die Putzfrau

Dies klingt, als wäre es aus einem Polizeibericht entnommen. Lassen Sie sich aber nicht täuschen. Die Sätze gehören in Wirklichkeit zu der Museumsführung der Stuttgarter Staatsgalerie. Es handelt sich um eine interessante Geschichte des 1972 geschaffenen Kunstwerkes „Putzfrau“, die den Schöpfer Duane Hanson wahrscheinlich Stolz auf sein Werk macht. Zu der Sammlung der Stuttgarter Staatsgalerie gehören sowohl die modernen, als auch die traditionellen Kunstwerke aus dem 14. Jahrhundert. Das größte Kunstmuseum des Landes Baden-Württemberg beherbergt rund 5.500 Gemälde und Skulpturen, die einem den Überblick über die Kunstepochen verschaffen.

Was mir sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass die beliebtesten Kunstwerke in der digitalen Sammlung der Stuttgarter Staatsgalerie zusammen mit den Kommentaren von Gastautoren allen Kunstliebhabern zugänglich gemacht worden sind. (zu sehen unter: https://www.staatsgalerie.de/sammlung/sammlung-digital/nc.html, Anm. Redaktion)

Unten ist ein Blick auf die Werke, die mich fasziniert haben.

Liebe LeserInnen, haben Sie auch die Stuttgarter Staatsgalerie besucht? Wie war Ihre Erfahrung?

Ein Beitrag von Akshata Pingale, Sprachpaten, Universität Stuttgart, Wintersemester 17/18 im Rahmen des Kooperarionsprojekts museumSurfing.

 

Firdausis Vermächtnis und der Kamelkompass

Das Linden-Museum Stuttgart – ein Ort, an dem man viel Interessantes über fremde Kulturen lernen kann, ohne mit Menschen in Kontakt treten zu müssen.

Hervorragend besonders für introvertierte Menschen, so wie es einige unter uns gibt.

Bei meinem letzten Besuch habe ich gelernt, dass sich hinter jedem Ausstellungsstück eine Geschichte verbirgt, die es verdient, gehört zu werden. Wir waren als multikulturelle Gruppe unterwegs: die iranische, die syrische, die libanesische und die deutsche Kultur waren vertreten. Das Museum erwacht zum Leben, wenn man gemeinsam mit Menschen fremder Kulturen das Völkerkunde-Museum besucht.

Da läuft man durch ein Museum und jemandem fällt auf, dass eines der Ausstellungsstücke in der eigenen Heimatstadt gefunden wurde. Das ändert die Perspektive auf den Kompass in Form eines Kamels oder die Bronzeschale, die in der Vitrine steht. Es fühlt sich real an und nicht mehr so weit weg von einem selbst. Besonders, wenn man die Geschichte dazu kennt.

Das iranische Nationalepos Schahname

Mit Faszination erfüllt hat mich das Manuskript des iranischen Nationalepos Schahname, zu Deutsch etwa Buch der Könige, von dem Dichter Firdausi. Es ist ein Epos, das länger ist als die Ilias und die Odyssee zusammen und sechsmal so lang wie das Nibelungenlied. Kaum zu glauben, dass ich davon noch nie etwas gehört hatte.

Schahname
Foto: Felicia

Es ist ein literarisches Meisterwerk, das die persische Kultur grundlegend definiert und nachhaltig geprägt hat. Das sieht man in erster Linie daran, dass sich die persische Sprache im Vergleich zu damals nicht bedeutend verändert hat. Auch heutzutage kann jeder, der der persischen Sprache mächtig ist, die Erzählungen und Sagen des Dichters lesen und ohne Probleme verstehen.

Firdausi erzählt von der Entstehung der Zivilisation, von tugendhaften Helden, von prächtigen Königen.

So begeistert ich war, so nüchtern erschien mir die Aufmachung des sorgfältig geführten Manuskripts. Es ist relativ sparsam verziert und in Leder gebunden. Es ist nicht anders ausgestellt als eine gewöhnliche (wenn auch sehr alte) Bronzeschale. Fast unbedeutsam kam mir das kleine Buch vor.

Mir schlich sich ein Gedanke ein: Woran liegt es, dass dieses Buch der Könige verhältnismäßig so unbekannt ist?

An der Sprache und der arabischen Schrift kann es nicht liegen, es gibt Übersetzungen davon.

Es liegt wohl daran, dass die Kultur in dem ganzen Lärm nicht gehört wird. Aufstände, Gewalt und das wichtige Gerede mächtiger Politiker scheinen lauter zu sein als die Verse der Heldengeschichten.

Doch das ist nicht wahr. Viele Kriege wurden geführt und sind vergangen. Viele mächtige Herrscher haben ihre Macht letztendlich verloren. Das Vermächtnis Firdausis aber ist geblieben.

Kleiner Tipp für den nächsten Museumsbesuch: Es lohnt sich definitiv, die Geschichte hinter den Ausstellungsstücken zu erfahren. Vielleicht versteckt sich ja auch hinter dem Kamelkompass eine interessante Geschichte.

 

Ein Beitrag von: Felicia Boachie, Interkulturelles und soziales Tandemlernen, Sprachenzentrum, Wintersemester 17/18, im Rahmen des Kooperationsprojekts museumSurfing.

Türen auf für neue Inspirationen

Rückblick: Interkulturelle Gruppen brachten im Rahmen des „Adventskalenders“ neue Ideen ins Museum

Unter dem Motto TÜREN AUF! – OPEN DOORS. haben sich Stuttgarter Museen im Dezember in einen begehbaren Adventskalender verwandelt.

24 vollkommen verschieden nutzbare Räume – Werkstätten, Lounges, Vortragssäle – öffneten sich Neuangekommenen und ihren Freunden (Sprachlerngruppen, Sprachlernklassen, Initiativen, interkulturellen Projektgruppen u.a.) und luden zum Bespielen, Dialog und durch die Tür ins Museum ein.

Wir sind inspiriert und begeistert von den unterschiedlichsten Ideen zur Raumnutzung und den daraus entstandenen – teils öffentlichen – Veranstaltungen und Begegnungen zwischen den Teilnehmenden und den Museen.

Arabische Musik vor und im Linden-Museum

So brachte der Chor Zuflucht e.V. von Cornelia Lanz und Mahzen Mozen die Idee ein, in einem der Räume deutsch-arabische Weihnachtslieder zu singen. Am 14.12. sammelten sich in der Lounge im Linden-Museum interessierte Mitsänger/-innen aller Altersgruppen und verschiedenster Nationalitäten, die gemeinsam bekannte – oder auch unbekannte deutsche Lieder und arabische Choloraturen einstudierten.

 

Die Mitsänger/-innen waren anschließend eingeladen, sich in der Orientabteilung des Linden-Museums umzusehen und wurden von Orainab Mashayekhi in musiktheoretische Hintergründe der arabischen Musik eingeführt.

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Foto: Dimi Triantafillu

„Eine Reise durch Syrien“ im Schloss Rosenstein

Eine weitere öffentliche Veranstaltung entstand im Schloss Rosenstein am 20.12. in Kooperation mit KUGEL e.V. (Kulturen gemeinsam leben).

Ein junger Mann, Sami Aljroulah, selbst aus Damaskus, nahm alle Interessierte auf eine Reise in die größten Städte Syriens mit.

In dem Vortrag wurde deutlich, wie wichtig es – sicher nicht nur Sami Aljroulah  – ist, ein Bild von Syrien zu vermitteln, das für Schönheit, Freundlichkeit und – auch religiöse – kulturelle Vielfalt steht. Besucher/-innen des Vortrags konnten erleben, als wie eingeschränkt die deutsche Perspekive auf das „Kriegsgebiet Syrien“ von Einheimischen wahrgenommen wird.

Im Anschluss tauschten sich alle Besucher/-innen in den Vorräumen zur Ausstellung im direkten Gespräch, bei syrischen Häppchen und deutsch-arabischer Musik aus.

Die gemeinsame zweisprachige Darbietung von altbekannten Liedern wie „Stille Nacht“ von Cornelia Lanz und Mahsen Mozen übertug eine besondere und völkerverbindende  Botschaft.

Ausstellungstipps und historische Gesprächsanlässe

Nicht alle im Rahmen des Adventskalenders entstandenen Veranstaltungen waren öffentlich. Im Haus der Geschichte konnten interessierte Sprachlernklassen im Gespräch mit Museumsguides nach dem Ausstellungsbesuch Inspirationen aus dem Museum zum Gesprächsanlass nutzen. Trotz Sprachbarrieren wurden spannende Themen wie der Rassismusverbot im Grundgesetz der Bundesrepublik aufgegriffen.

In der Staatsgalerie gab der Künstler Hartmut Steegmaier im Hugo Boss Raum Tipps für die Ausstellungskonzeption einer Gruppe geflüchteter Frauen und Männer aus Syrien. Im kommenden März wollen die in Feuerbach Ansässigen gemeinsam im Rathaus in Feuerbach die Wanderausstellung „Unsere Heimat“ eröffnen, die Bilder von Alltagssituationen, Verwandten der Ausstellenden und ihren Heimatdörfern oder -städten zeigen wird.

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Foto: Ulrich Kadelbach

Die von Pfarrer Ulrich Kadelbach unterstützte Gruppe bekam in der Staatsgalerie vor allem Rat bezüglich graphischer und kuratorischer Fragen. Auch rein praktisch musste entschieden werden, auf welche Weise ausgestellt wird, um eine flexible Neuanordnung und den Transport zu ermöglichen.

 

Beteiligt waren das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, das Linden-Museum, das Naturkundemuseum Stuttgart und die Staatsgalerie Stuttgart. 

Ein Beitrag von Eva Kirchner, Projektkoordination inSmuseum. interkulturelle Museumsprojekte Stuttgart.

Ein (mir) unbekanntes Königreich

Am 11.11.2017 ging ich gemeinsam mit ca. neun anderen Teilnehmern in das Linden-Museum. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe unterschiedlicher Nationalitäten, sogar die Kinder eines Teilnehmers waren dabei. Gerade deswegen war es für uns besonders interessant, in das Völkerkundemuseum im Herzen Stuttgarts zu gehen.

Hawai’i – Königliche Inseln im Pazifik

Die Sonderausstellung beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt mit Hawaii. Das war für mich (und viele der Anderen) sehr interessant, da ich – wie mir schnell bewusst wurde – sehr wenig Wissen über diese Inselgruppe hatte. Von James Cook bis zu moderner, sozialkritischer Kunst war alles dabei und wir staunten alle nicht schlecht über die prächtigen, federgeschmückten Mäntel und Rüstungen.

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Mir war zuvor nie bewusst gewesen, dass Hawaii sehr lange ein Königreich war und eine sehr spezielle und ausgeprägte Kultur hatte (und natürlich immer noch hat). Die Kinder bekamen einen Quiz, womit der Museumsbesuch für sie zu einer kleinen Schnitzeljagd wurde. Wir (die restlichen Erwachsenen) taten unser Möglichstes, um die beiden zu unterstützen. Nachdem wir am Ende der Sonderausstellung angekommen waren, besuchten wir noch die regulären Ausstellungen, wobei der Afrika Teil leider geschlossen war.

Bekanntes in der Orientabteilung

Da viele Teilnehmer aus Arabischen Ländern kamen, war es für uns auch sehr spannend, den orientalischen Bereich zu begutachten und den ein oder anderen Übersetzungsfehler zu belächeln.

Insgesamt kann man sagen, dass es ein gelungener Besuch war, bei dem wir als Gruppe ins Gespräch kommen konnten. Unsere Eindrücke haben wir dann noch bei einem anschließenden gemeinsamen Mittagessen ausklingen lassen.

Ein Beitrag von Ninja Ziviani, WS 17/18, Seminar: interkulturelles Tandemlernen (Elif Polat), Sprachenzentrum, Universität Stuttgart, im Rahmen des Projekts museumSurfing.

Foto: Ninja Ziviani.

Eine musikalische Vernissage

Abschluss der Ferienwoche „Neu in Stuttgart-Museen entdecken“ im Cannstatter Jugendhaus INZEL.

Am Sonntag, den 5. November, haben die jugendlichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Ferienwoche „Neu in Stuttgart“ ihre Gäste zur Besichtigung ihrer  entstandenen „Stadtführer“ eingeladen.

In den letzten fünf Tagen haben die Schüler und Schülerinnen aus Stuttgarter Vorbereitungsklassen die Staatsgalerie, das Naturkundemuseum, das Linden-Museum und das Haus der Geschichte entdeckt und jetzt, am Ende der Woche, verwandelt sich die Cannstatter INZEL, der tägliche Ausgangsort, selbst in eine Ausstellung.

Noch am Sonntagmorgen ist viel zu tun. Der Billardtisch wird abdeckt und zur Ausstellungsfläche umfunktioniert, eine Stehlampe dient als Spotlight auf Fundstücke, Reza will einen zweiten Druck anfertigen, Rainatou bringt Texte mit, die sie zuhause am Tag zuvor verfasst hat. Vivi hat zum Glück für Stärkung gesorgt. Musik wird aufgelegt und Konzentration ist jetzt unmöglich, es wird getanzt. Doch kaum kommen die ersten Eltern zur Tür hinein, sind alle schlagartig sehr ruhig.

Die Vernissage

Alaa begrüßt an der Tür auf arabisch und Getränke werden angeboten. Reza und Solen führen als Museumsguides durch die Ausstellung. Alle in der Woche durch die Museumsbesuche inspirierten und an den Nachmittagen im Jugendhaus individuell gestalteten „Stadtführer“ werden gewürdigt und Fragen zu den Arbeiten werden freundlich beantwortet.

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Bild: Marie Dejeux
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Bild: Marie Dejeux
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Bild: Marie Dejeux

Für die Hungrigen ist gesorgt und in einer Diashow bekommen die Eltern und Freunde Einblick in die Workshops an den Museen.

Ins Museum

In allen Workshops ging es um Möglichkeiten, in einer neuen Situation oder an einem neuen Ort Beziehungen herzustellen und vertraut zu werden.

So haben die Jugendlichen in der Staatsgalerie ganz persönliche Verbindungen zu Kunstwerken der klassischen Moderne hergestellt,

im Naturkundemuseum alte und neue Welten untersucht und die Umgebung des Museums künstlerisch erfasst,

im Linden-Museum verschiedene Perspektiven von unterschiedlichen Menschen auf dieselben Objekte kennengelernt,

und im Haus der Geschichte persönliche Erlebnisse von Migranten und Migrantinnen gehört und überlegt, was oder wer sie selbst nach ihrer Ankunft in Deutschland überrascht und unterstützt hat.

Der Höhepunkt für Aeman war eindeutig im Linden-Museum. Hier hat uns die Sars zum musizieren inspiriert und in den Museumsräumen sangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer französische, deutsch-arabische und türkische Lieder.

Ganz passend endete auch unsere Vernissage musikalisch mit einem Tanz.

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Unsere Ferienwoche war super und wir danken allen Jugendlichen herzlich für die tolle Zeit!

Das Programm wurde finanziert durch den Innovationsfonds Kunst und die Heidehofstiftung.

Beitrag von: Eva Kirchner, Projektkoordination.