Wege zum Beheimaten – Ein Kunstspaziergang durch Cannstatt

Wie kann ich eine mir neue Umgebung kennenlernen? Welche Sinne helfen mir dabei? Und in welcher Form kann ich meine Eindrücke dokumentieren? Diese und ähnliche Fragen haben sich Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren heute gestellt, als sie sich auf den Weg durch die Cannstatter Innenstadt machten und ihre Umgebung erkundeten.

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Ausgehend von der INZEL – Gesellschaft für offenen und mobile Jugendarbeit Bad Cannstatt – werden sie in der Ferienwoche „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ nicht nur die Stadt sondern auch die Staatsgalerie, das Linden-Museum, das Naturkundemuseum und das Haus der Geschichte kennenlernen.

Hören Sehen Fühlen

Auf dem ersten gemeinsamen Spaziergang wurde an drei Cannstatter Stationen Halt gemacht: dem „Klösterle“, einem imposanten Fachwerkhaus und dem ältesten Wohnort Stuttgarts, am Marktplatz und in der Fußgängerzone. Die Forschungsfragen waren vielfältig und alle atypisch zu unserer normalen Orientierungsweise –  oder doch nicht? Wie orientieren wir uns eigentlich, wenn wir nicht darüber nachdenken?

 

Wir jedenfalls verließen uns nur auf unsere Ohren und konzentrierten uns auf Geräusche, versuchten uns in der Abbildung des alten verzweigten Fachwerkgebälgs, das sich wie Wegenetze über das Gebäude spannt und suchten drei Gegenstände, die sich in ihrer haptischen Qualität deutlich unterscheiden sollten.

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Bei dem Versuch, Musik schriftlich festzuhalten, haben wir entdeckt, dass Geräusche in Comics  international verschiedenen verbalisiert werden. Macht der deutsche Troubadix schlicht lalalalalalaaa, singt der arabischstämmigen lahalahalahalahalalal

 

„Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ in der dritten Runde

Das Thema Orientierungsmöglichkeiten wird uns und die Teilnehmenden die ganze kommende Woche beschäftigen. In der Ferienwoche „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ erkunden Jugendliche aus Stuttgarter Vorbereitungsklassen zum dritten Mal die Stadt und vor allem die beteiligten Museen. In jedem Museum wird das Thema in Workshops aufgegriffen und Fragestellungen wie: Wie verändern Objekte ihre Bedeutung in einem neuen Umfeld?  oder Wie kann ich Beziehungen zwischen Objekten aufbauen? beantwortet und künstlerisch erforscht.

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Wir freuen uns sehr auf die kommenden Tage!

Am Sonntag, den 5. November um 14:30 werden die Ergebnisse bei einer gemeinsamen Vernissage im Jugendhaus INZEL präsentiert. Kommen Sie auch vorbei! (Adresse: Wilhelmastr. 6, Haltestelle Rosensteinbrücke)

Das Programm wird finanziert durch den Innovationsfonds Kunst und die Heidehofstiftung.

Text und Bilder, Eva Kirchner, Projektkoordination

 

Vierter Tag „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ in der Staatsgalerie

Heute ging es für die Jugendlichen zum letzten Mal in dieser Woche in ein Museum. Auf dem Weg in die Staatsgalerie sammelten die TeilnehmerInnen Objekte und brachten sie ins Museum mit.

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Dort legten die Jugendlichen ihre Objekte vor das Gemälde, zu welchem es ihrer Meinung nach am besten passte. Anfangs taten sie sich noch etwas schwer, aber mit der Zeit fiel jedem etwas ein und alle konnten Entscheidungen auch begründen.

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In der ganzen Gruppe wurden diese Entscheidungen (Welches Objekt zu welchem Gemälde/ welcher Skulptur passt) auch diskutiert.

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Anhand der „Tänzerinnen“ erklärte Annina, dass auch Kunst und Musik zusammengehören können. Die Jugendlichen hörten ein Lied und assoziierten jeder für sich, welche Figur dazu passt. Dabei fiel auf, dass fast alle die Musik mit der Figur mit dem Draht im Hintergrund in Verbindung brachten.

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Dann machten sich die TeilnehmerInnen auf den Weg in den Schlosspark. Dort zeigte ihnen Annina eine neue Maltechnik. Bei dieser zeichneten sie das Gesicht ihres Gegenübers, ohne auf ihr Blatt zu schauen. Anschließend malten sie ihr abstraktes Bild bunt an, was allen viel Spaß gemacht hat.

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Nach dem Mittagessen gab es die letzte Kunststunde für die Jugendlichen. Dabei erstellten sie ein Foto von ihren morgens gesammelten Objekten mit Hilfe von Sonnenlicht. Auch dabei hatten sie sehr viel Spaß, viele der TeilnehmerInnen erstellten dabei zwei oder mehr Bilder und auch die Objekte wurden dabei untereinander getauscht. Die fertigen Bilder gibt es dann morgen auf der Vernissage im Jugendhaus zu sehen. Wir freuen uns schon auf Ihr zahlreiches Erscheinen.

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Weitere Informationen zum Ferienprojekt.

Ein Beitrag von Helin Dag (Praktikantin).

Vierter Tag „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ im Naturkundemuseum

Heute ging es für die Jugendlichen quer durch Stuttgart zum Naturkundemuseum. Dort wurden sie von Anne herumgeführt. Zuerst veranschaulichte sie den TeilnehmerInnen, wie alt Dinosaurier tatsächlich sind. Anhand eines versteinerten Holzstück und eines gegenwärtigen konnten die Jugendlichen prüfen, wieviel schwerer das versteinerte ist.

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Anschließend wurden die Jugendlichen wieder in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe bekam Bilder von Zähnen und sollten so den Dinosaurier im Museum finden und näher bestimmen.

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Zeitgleich durfte die andere Gruppe ihre eigene Dinosaurierkralle aus Gips anfertigen.

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Hier unser Abschlussbild vor dem Naturkundemuseum.

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Bevor es zum Mittagessen in das Jugendhaus ging, haben die TeilnehmerInnen Frottagen von den Fossilien am Nordbahnhof angefertigt.

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Nach dem Mittagessen haben die Jugendlichen ein neues Spiel gelernt. Ein Teilnehmer malte den Kopf und faltete das Blatt so, dass der Nächste den Kopf nicht sah. Dieser sollte anschließend den Bauch und die Arme malen und ein Dritter dann die Beine und einen Schwanz. Dieses Spiel wurde in drei Versionen gespielt: Zuerst Dinosaurier, danach alle Tiere und anschließend alles, was man wollte.

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Weitere Informationen zum Ferienprojekt.

Ein Beitrag von Franz Nkemaka (Teilnehmer) und Helin Dag (Praktikantin).

Dritter Tag „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ im Haus der Geschichte

Heute sind die TeilnehmerInnen in das Haus der Geschichte gefahren. Zuerst wurden diese in ein Seminarraum geführt und durften aufschreiben, was ihnen persönlich bei der Ankunft in Deutschland geholfen hat. Viele Jugendlichen fiel zuerst die Schule ein. Aber auch die Eltern, Geld oder Bücher haben ihnen bei der Eingewöhnung geholfen.

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Nach einer Diskussionsrunde wurden die Jugendlichen in zwei Gruppen eingeteilt und von Paula und Sophie durch eine Ausstellung geführt. Diese Ausstellung beschäftigt sich dabei mit den Dingen, die Einwanderern geholfen haben, als diese nach Deutschland kamen. Gerade das Thema Religion konnten viele der Jugendlichen nachvollziehen.

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Danach wurden die TeilnehmerInnen durch eine Kofferlandschaft geführt, in denen man die persönliche Geschichte sowohl von Einwanderern, als auch Auswanderern betrachten konnte. Dabei wurden ihnen zwei Geschichten näher vorgestellt: Die eines italienischen Einwanderers und das eines Auswanderers, der als Andenken für seine Heimat eine Brezel behalten hatte.

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Nach einer Abschlussrunde im Seminarraum wurden die Schaukeln ausprobiert und anschließend ging es wieder zurück zu der Kunststunde im Jugendhaus.

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Am Nachmittag lernten die TeilnehmerInnen eine Stempeltechnik. Dabei sollten sie auf einen schwarzen Hintergrund ein Wort stempeln, was ihnen persönlich bei der Ankunft in Deutschland geholfen hat. Für mich persönlich war es heute auch eine neue und spannende Erfahrung, weil ich selbst noch nie im Haus der Geschichte war und wurde nicht enttäuscht. Mir ist bei einem Museumsbesuch sehr wichtig, dass man sich auch die Lebensgeschichten von einzelnen Personen anhören und -sehen kann, was man in dieser Ausstellung ausreichend kann. Wir freuen uns schon auf den morgigen Ausflug.

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Mehr Informationen zum Ferienprojekt.

Ein Beitrag von Helin Dag (Praktikantin).

Zweiter Tag „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ im Linden-Museum

Heute haben sich die Jugendlichen gegen 9 Uhr am Jugendhaus getroffen und sind alle zusammen in das Linden-Museum gefahren. Dort wurden sie von Hanna und Nadia durch die Ausstellung  „Islamischer Orient“ geführt. Dafür wurden die TeilnehmerInnen in drei Gruppen eingeteilt, weil es drei Stationen gab.

Die erste Station war ein Basar aus dem Orient. Dort standen auch Dosen mit Gewürzen, an denen man riechen konnte. Es gab unter anderem Anis und Zimt.

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An der zweiten Station konnte man sich das Turkmenenherz anschauen. An der letzten Station gab es Spielsteine, die aus Schafsknochen hergestellt wurden. Die zwei Teilnehmer auf dem Bild zeigen, wie man mit den Knochen spielt.

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Nach einer kurzen Pause durften sich die Jugendlichen ein Objekt aussuchen, das sie gemalt haben.

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Ein fertiges Bild.

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Anschließend ging es wieder zurück in das Jugendhaus in Degerloch, weil die Jugendlichen nach dem Mittagessen eine Kunststunde hatten. Dabei sollten sie das gemalte Objekt aus dem Museum in Styropor einritzen und mit Farbe bestreichen.

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Das Styropor mit der Farbe wurde anschließend auf eine Spiegelfolie gepresst. Für mich als Beobachterin war es sehr interessant, wie viel Spaß die Jugendlichen dabei hatten. Es war auch schön anzusehen, wie konzentriert und diszipliniert diese dabei waren. Wir freuen uns schon auf den morgigen Ausflug.

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Ein Beitrag von Helin Dag (Praktikantin).

Erster Tag „Neu in Stuttgart – Museen entdecken“ im Jugendhaus Degerloch

Heute hat unser Ferienprogramm „Neu in Stuttgart“ im Jugendhaus in Degerloch begonnen. Wir freuen uns über die vielen neugierigen TeilnehmerInnen.

Zuerst haben sich die Jugendlichen mit einer Weltkugel über ihre Herkunftsorte ausgetauscht. Tatsächlich kommen viele vom anderen – beziehungsweise gegenüberliegenden – Ende.

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Im Anschluss haben wir uns über unsere Lieblingsorte in Stuttgart unterhalten. Das waren zum Beispiel der Rosensteinpark, die Königsstraße und das Café in der Staatsgalerie.

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Beim anschließenden kleinen Ausflug auf die Haigst konnten wir den schönen Ausblick genießen und Skizzen anfertigen.

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Dabei sind erste beeindruckende Werke entstanden. Wir freuen uns auf morgen.

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museumSurfing: Erwartungen und Eindrücke – Geflüchete im Museum am Löwentor

Im Sommersemester 2017 haben wir vom Sprachpatenprojekt der Universität Stuttgart aus einen Museumsbesuch gemacht. Mit einer anderen Sprachpatin, Anna, und ihrer Gruppe sind wir ins Naturkundemuseum am Löwentor gegangen und haben uns die Ausstellung zu den Dinosauriern angeschaut. Es war schön, einen Museumsausflug zu unternehmen und somit dem Deutschunterricht eine Abwechslung zu geben.

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Eindrücke der Geflüchteten:

Letzte Woche bin ich mit meinen Freunden Mustafa und Baher und unserer Lehrerin Demet in das Museum gegangen. Ich wusste zuvor nicht, in welches Museum wir gehen würden. Ich hatte erwartet, dass  wir ein historisches Museum besuchen. Erst vor der Tür habe ich eine große Dinosaurierfigur gesehen. Ich war überrascht, dass es dort große Figuren gibt, die größer waren, als ich gedacht hatte.

Im Museum habe ich Menschenfiguren gesehen und ich habe einen T-Rex gesehen, das ist mein Lieblingsobjekt. Dann habe ich mit unsere Gruppe lang gesprochen und meine Meinung ist, dass die Menschen nicht wissen, welche Farbe Dinosaurier hatten.

Wir hatten einen schönen Tag.

Bilal

Mammut

 

Als meine Lehrerin Demet sagte, dass wir zum Museum gehen, fühlte ich mich glücklich. Wir gingen in das Museum von Dinosauriern und wir sahen die großen Dinosaurier und wie sie sich entwickelt und wie sie gelebt haben. Und ich habe erwartet, dass ich ein großes Museum sehen werde, aber ich war überrascht, dass es dort Figuren gibt, so wie echte. Es war eine tolle Aussicht.

Und ich habe ein großes Mammut gesehen, das ist mein Lieblingsobjekt. Und ich habe mit meinem Freund Bilal länger gesprochen. Ich habe auch Dinosaurier Reptilien gesehen. Es hat Flügel. Das ist das erste Mal, dass ich das gesehen habe und ich habe viele Worte gelernt so wie: Dinosaurier, Reptilien, Flügel.

Und wir haben neue Freunde getroffen. Wir hatten einen tollen Tag.

Mustafa

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c Smns, M.Rech

 

Wir haben über den Hai und den Wal mit meinen Freunden diskutiert. Ich habe neue Tiere kennengelernt und dass Dinosaurier am Anfang (der Entwicklung, Anm. Redaktion) nur auf dem Boden laufen und nach vielen Jahren fliegen.

Wir haben über die Größe von den Tieren gesprochen, zum Beispiel der Hai war sehr groß.

Ich finde, wir haben schönen Ausflug gemacht und viele Informationen bekommen.

Baher

 

Ich habe etwas anderes erwartet. Meine Idee bevor ich im Naturkundemuseum war, war ein nachgestelltes Dorf. Aber einmal drin, war ich überrascht von den Austellungsstücken.

Ich habe versucht, jeden Artikel mit viel Aufmerksamkeit zu beobachten. Und man kann bemerken, dass jeder Artikel eine kleine Realität von dem Leben des Menschen in der Vergangenheit in Baden-Württemberg  repräsentiert. Das ist wirklich interessant, weil es die Geschichte von den Leuten zeigt. Das ist auch interessant, weil es nicht nur das vergangene Leben von Menschen sondern auch das Leben der Tiere und Pflanzen erzählt, die in Vergangenheit gelebt haben. Ich möchte auch sagen, dass das Exponat von dem Dinosaurier mir sehr gefallen hat. Und was noch lustig ist: Das war das Foto von dem Kopf von einem Dinosaurier und so groß wie andere Dinosaurier. Davon bin ich fasziniert, weil ich das Foto toll und genial finde.

Donné

Dinosaurierkopf

Anmerkung der Redaktion: Dies ist der letzte Blogbeitrag von museumSurfing. Wir bedanken uns bei allen TeinlehmerInnen und freuen uns, Sie bald wieder zu sehen! Doch zuerst: schöne Ferien!